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Die Alemannen

Sind ein westgermanischer Stamm, hervorgegangen aus den Semonen, zuerst 213 als am oberen Main sesshaft genannt. Sie stammen aber wohl, wie die Keramik aus den ältesten Grabfunden andeutet, von der mittleren und unteren Elbe und wurden von den Nachbarn Sweben genannt. Sie werden als ein stolzes, freiheitsliebendes, kulturfeindliches Volk beschrieben, deren Sitten, Gebräuche und Sprache sich durch einen ausgeprägten Individualismus auszeichnet.

Die Alemannen der Frühzeit sind in den archäologischen Funden nur schwer zu fassen. Im 3. Jahrhundert stießen sie wiederholt, zum ersten Male 233, über den Limes nach Gallien und Oberitalien vor. Um 260 hatten sie das Vorfeld des römischen Reiches im Winkel zwischen Rhein und Donau, das Neckarland und seine Randberge besetzt, nachdem sie den Limes überrannt hatten. Um 350 besetzten sie anscheinend auch das Elsass, das ihnen Julian 357 durch den Sieg bei Straßburg wieder entriss.

Nach dem Tode des Aetius (454) dehnten sie sich bis zu den Vogesen aus und besetzten die Nordschweiz sowie das Gebiet zwischen Iller und Lech. Die nördlichen Gaue wurden um 500 vom Frankenkönig Chlodwig unterworfen. Die Alemannen der Schweiz und Rätien stellten sich unter den Schutz des Ostgotenkönigs Theoderich, bis beim Zusammenbruch des Ostgotenreiches auch sie unter fränkische Herrschaft kamen (536).

Das unter Karl Martell erloschene Stammesherzogtum entstand Anfang des 10. Jahrhunderts von Neuem.

Nach dem Ende der Völkerwanderung begann auch bei den Alemannen ein intensiver Landausbau, der durch die Reihengräberfriedhöfe und Ortsnamen belegt wird. Die in der Merowingerzeit greifbare soziale Differenzierung spiegelt sich in den reichen Fürstengräbern wieder.

Kulturelle Einflüsse erreichen das alemannische Gebiet auch aus Skandinavien (Tierornamentik) und dem langobardischen Italien (Goldblattkreuze). Dazu kamen enge Verbindungen zu den Franken und südnördlich verlaufende Handelsbeziehungen (koptisches Bronzegeschirr). Erst im 7. Jahrhundert erreichen irische Mönche und andere Missionare die Christianisierung.

Das Herzogtum Schwaben umfasste noch das gesamte schwäbisch-alemannische Stammesgebiet. Nach dem Untergang der letzten Herzöge, der Staufer, löste sich das Herzogtum in eine Unzahl von Territorien auf. Mit dem Wesfälischen Frieden (1648) schieden die Schweizer aus dem Reich aus, ebenso wurden ihm die Elsässer entfremdet.

Alemannen und Schwaben sind wesensgleich. Die Ländergrenzen sind weder Grenzen von Stammesart, Mundart, Sitte, Tracht und Brauch noch von Hausbau und Kunst. Erst nach dem Erscheinen von J.P. Hebels ,,Alemannischen Gedichten" (1803) werden die badischen Schwaben als Alemannen bezeichnet.

Der bekannte alemannischer Einheitshaustyp ist in Schwaben ebenso wie in der Schweiz und dem Elsaß vertreten. Schwarzwald, Rheinebene, Elsass und Schweiz haben heute noch lebendige Trachtenlandschaften. Kennzeichnend für das alemannische Kulturgebiet ist das überlieferte Fastnachtsbrauchtum mit seiner Vielfalt von Maskentypen in bekannten Narrenorten.


Alemannen= (,,Männer insgesamt")

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