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Landwirtschaft in Aitern

Hier stellen wir Ihnen die seit Generationen betriebene Landwirtschaft in unserem Dorf vor. Wurde in früheren Zeiten Ackerbau und Viehzucht zur Selbstversorgung betrieben, so hat sich der Landwirt in der heutigen Zeit immer mehr zum Landschaftspfleger und Erhalter der Kulturlandschaft entwickelt.

Die meisten Betriebe haben Ihre Tierhaltung auf Mutterkuhherden umgestellt. Einige wenige Betriebe halten Milchvieh und beliefern die Breisgau Milch in Freiburg. Eine Besonderheit ist das bei uns noch gehaltene Hinterwälder Rind, eine Nutztierrasse, welche vom Aussterben bedroht ist.

Wir sind aktiv

In Aitern sind die Landwirte sehr aktiv. Wenige Betriebe werden im Vollerwerb betrieben, doch die meisten landwirtschaftlichen Betriebe werden im Nebenerwerb geführt.
Eine Besonderheit des oberen Wiesentals sind die Allmendweiden. Mit Allmendweiden werden Flächen bezeichnet, die der Gemeinde gehören aber von den örtlichen Landwirten bewirtschaftet werden.

Bis 2007 wurden diese Flächen in Aitern als Gemeinschaftsweiden für Jungvieh und für Milchkühe bewirtschaftet.

Ab 2008 wurden dann die Allmendflächen auf die einzelnen Landwirte aufgeteilt, dies wurde nötig, da es durch landwirtschaftliche Ausgleichzahlungen für benachteiligte Berggebiete zu Doppelförderungen kam.

In Aitern sind jetzt ca. 105 ha  Allmendfläche an die Landwirte verpachtet.

Landschaftspflege mit Hinterwälder Rindern

Um Weiden, Wiesen und Täler im Hochschwarzwald offen zu halten, ist Landschaftspflege notwendig. Die entbuschten Weidfelder mit Feuchtbiotopen, Felsen, Steinhaufen, Blockhalden, Gehölzen und Einzelbäumen bieten seltenen und gefährdeten Tier- und Pflanzenarten Lebensräume, wie dem Auerhuhn oder der vom Aussterben bedrohten Zippammer. Auf nährstoffarmen Flügelginsterweiden wachsen Silberdistel, Arnika und die sehr seltene Heidenelke.

Zum Erhalt der einzigartigen Flora und Fauna tragen auch die genügsamen, robusten und gering gewichtigen ,,Hinterwälder Rinder" bei. Aufgrund ihrer hohen Widerstandskraft, ihrer Anpassungs-, Tritt- und Steigfähigkeit eignet sich die kleinste Rinderrasse Mitteleuropas in der Milch- und Mutterkuhhaltung sehr gut für extensive Steillagen, für die kalkarmen Borstgras-vegetationen der Granit- und Gneiskuppen sowie für feuchte, wenig tragfähige Standorte wie die Höhenlagen des Südschwarzwaldes.

Das Hinterwälderrind

Die Hinterwälder sind die kleinste deutsche Rinderrasse. Von der Natur selektiert und vom Menschen weiter gezüchtet hat sich das Hinterwälderrind hervorragend den naturgegebenen rauhen und kargen Verhältnissen seines Haltungsgebietes mit den langen Wintern und steilen Hanglagen angepasst. Das Zuchtgebiet umfasst Teile des Südschwarzwaldes südwestlich des Feldbergs, das hintere Tal der großen und kleinen Wiese mit ihren Seitentälern, das obere Münstertal, Bernau am Fuße des Herzogenhorns und Menzenschwand. Seit ein paar Jahren erstreckt sich das Zuchtgebiet auch auf  Teile der benachbarten Schweiz.

Die Hinterwälder-Kuh hat ein besonderes Erscheinungsbild. Kleinwüchsig, kombinierter Milch-Fleisch-Typ, sehr edel, ausdrucksvoller Kopf mit lyraförmigen Horn und lebendigem Augenspiel, lange Mittelhand, etwas abgedachtes Becken und erhöhter Schwanzansatz, nicht zu großes aber drüsiges Euter. Die Fellfarbe ist hellgelb bis dunkelrot gedeckt, gescheckt oder gesprengelt, weißer Kopf.  Häufig sind die Augen mit einem Augflecken umgeben. Das Körpergewicht fällt mit 400-500 kg relativ gering aus. Die Widerristhöhe liegt zwischen  115-125 cm.

Bei den Landwirten sind die Kühe wegen ihrer guten Muttereigenschaften und des friedlichen Charakters beliebt. Das zarte und aromatische Fleisch wird in Feinschmeckerkreisen geschätzt. Das Aroma ergibt sich im wesentlichen aus der natürlichen Haltung und der Nahrungsaufnahme auf extensiv genutzten Weideflächen mit natürlicher Fauna und Flora. In vielen Gemeinden werden die Kühe noch täglich auf Allmendweiden aufgetrieben.

Zur Erhaltung und Förderung des vom Aussterben bedrohten Hinterwäder-Viehschlages wurde ein Förderverein Hinterwäldervieh e.V. mit Sitz in Schönau gegründet. Er ist praktisch Nachfolgeorganisation der 1889 in Schönau gegründeten Hinterwälder Zuchtgenossenschaft.

Die Vermarktung des Hinterwälderfleisches erfolgt nahezu ausschließlich über den Fachhandel. Wegen des besonderen Qualitätsstandards des Fleisches haben die Landwirte vom Deutschen Institut für Gütesicherung und Kennzeichnung e.V. ein geografisches Herkunftszeichen mit Gütesiegel erhalten. Die Landwirte sind verpflichtet nach den Erzeugungsqualitätsregeln produzieren.

Im Gegenzug dürfen nur lizensierte Betriebe Hinterwälderfleisch verkaufen.

Hinterwälder auf dem Weidberg
Auszeichnungen des Hinterwälder Zuchtbetriebs der Familie Matt
Jungviehherde auf der Sommerweide
Sommerweide am Belchen
Heuernte in Rollsbach
Heuernte

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